Samstag, 8. Juni 2013

"Matena-Fest" - ThyssenKrupp feiert die Schließung eines Denkmals

Würstchen zur Schließung: Duisburg lässt es mit sich machen. "Matena-Fest" am 07.06.2012

Der Matenatunnel wird in diesem Jahr 101 Jahre alt. Aber bald wird ihn niemand mehr betreten dürfen. ThyssenKrupp, der Eigentümer, hat ihn seit Jahrzehnten herunterkommen lassen und betreibt nun seine Schließung. "Aus Kostengründen", sagt das Unternehmen, das gerade wie kein anderes Milliarden in den Sumpf gesetzt hat, und aus "Sicherheitsgründen", Tunnel müssten nach neuesten Bestimmungen 9m breit sein, der Matenatunnel sei aber nur 7m breit. Das Wort Bestandsschutz scheint im Unternehmen unbekannt zu sein. 

Auf die Idee, die Schließung des Matena-Tunnels als "Bürgerfest" mit den umliegenden Anwohnern feiern zu wollen,  kann wohl nur ein völlig abgehobener Weltkonzern kommen, der sich um seine  Nachbarschaft nur kümmert, wenn es darum geht, sie verschwinden zu lassen, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Den Bruckhausenern wird mit der Schließung des Tunnels der direkte Weg an den Rhein nach Alsum versperrt, der dort idyllisch ist und ein wichtiges Naherholungsgebiet für die umliegenden Stadtteile darstellt. Von Bruckhausen aus müssen Erholungssuchende nun über Beeck oder Marxloh dorthin fahren. Die Berichte in der Presse über das Verschwinden eines überregional bekannten Denkmals fand der Vertreter der TKS "emotional". 


Plan des Radwegs auf einem Transporter
Entsprechend war die Resonanz in der Bevölkerung : Vertreter des Planungsdezenates, der EG-DU und der Bezirksvertretung sowie der TKS trafen sich praktisch unter sich auf einem leeren Werksparkplatz an der Matenastraße. Offenbar hatte die TKS auch keine überwältigende Teilnahme erwartet: Das "Bürgerfest" wirkte lieblos improvisiert mit ein paar Würstchen und den auf einen Transporter gepappten Plänen des Fahrradweges entlang der Alsumer Straße, der den Tunnel laut TKS "ersetzen" soll. Da er aber um das Werk herumführt und nicht, wie der Tunnel, darunter hindurch, kann er gar kein Ersatz für die jahrhundertealte Wegverbindung sein. 

Der Rhein bei Alsum, am Sandstrand liegen Tausende von Flussmuscheln

 Zum Post: Vernichtung einer Kulturlandschaft

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