Dienstag, 19. November 2013

"Sozial unerträglich" - Christoph Zöpel schreibt an Duisburgs OB


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

schon mehrfach habe ich mich öffentlich geäußert zu dem, was derzeit in Duisburg-Bruckhausen aufgrund von baurechtlichen Beschlüssen des Rates der Stadt Duisburg geschieht.

Der Abriss von Häusern mit baugeschichtlicher Bedeutung , die billigend in Kauf genommene - oder gar beabsichtigte - Vertreibung Alteingesessener, wie neuer Bewohner, die widersinnige Grünflächenplanung statt denkmalschützender Maßnahmen und sozial verträglicher, erhaltender Stadterneuerung konterkarieren die städtebauliche Entwicklungskonzeption für die Agglomeration Ruhr und widersprechen allen Werten,  für die ich mich als Minister für Stadtentwicklung in den 80er Jahren eingesetzte habe.

Ein ganz aktueller weiterer Beleg dafür, dass Flächensanierungen sozial unerträglich und in einer Demokratie nicht zu akzeptieren sind, ist der Fall der Familie Hagedorn in der Heinrichstraße.

Unter Ausnutzung (bau-) rechtlicher Grauzonen wird die laufende Klage der Familie Hagedorn ignoriert. Sie wird infolge des Abrisses der unmittelbar benachbarten Gebäude durch Baulärm, Erschütterungen und Staub schikaniert, wobei Schäden am Haus der Familie Hagedorn grob fahrlässig provoziert werden.

Hiermit fordere ich die Verantwortlichen auf, den Abriss der verbliebenen Gebäude einzustellen und das Gesamtprojekt zu stoppen.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Zöpel  

Prof. Dr. Christoph Zöpel  war von 1978 bis 1980 Minister für Bundesangelegenheiten, von 1980 bis 1985 Minister für Landes- und Stadtentwicklung und von 1985 bis 1990 Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 1999 bis 2002 war er Staatsminister im Auswärtigen Amt.

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