Sonntag, 19. Juni 2016
Dienstag, 14. Juni 2016
Duisburg 2027 - Unsozialer Wohnungsbau in Duisburg - ein Konjunkturprogramm für Investoren
DUISBURG 2027- Unsozialer Wohnungsbau in Duisburg - ein Konjunkturprogramm für Investoren
von Katrin Gems und Jens Schmidt
Seit Jahren verschärft sich die Wohnungsnot in den Ballungsräumen, die Mieten in boomenden Städten werden für Menschen mit geringem bis mittlerem Einkommen immer schwerer erschwinglich. Der Zustrom vieler Flüchtlinge macht es erforderlich, dass in kurzer Zeit viel Wohnraum bereitgestellt wird. Doch während im Duisburger Süden Grünflächen im großen Maßstab neuen Einfamilienhäusern für Besserverdienende weichen sollen, lässt man im Norden der Stadt die wertvolle Bausubstanz der Kaiserzeit verfallen, um sie schließlich als „Schrottimmobilien“ zu deklarieren und abzureißen.
Zur pdf-Datei: Duisburg 2027 - Unsozialer Wohnungsbau in Duisburg
Montag, 7. Dezember 2015
Artikel "Schluss mit grüner Wiese" in der Welt und weitere Abrisse in Duisburg-Laar
"Die Ankündigungen klingen wie Kriegsberichte.
"Wohnungsbauoffensive in NRW: Strategie für fast 120.000 neue Wohnungen.
Flächenbedarf von fast 2500 Fußballfeldern." Ganz ungeniert wird hier
unter dem Vorwand der Flüchtlingskrise ein Ressourcenverbrauch
propagiert, der in krassem Gegensatz zu allen guten Sitten in Städtebau
und Raumordnung steht. NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) sagt dazu:
"Wir richten unsere Strategie konsequent auf den Wohnungsneubau aus,
sowohl den geförderten als auch den frei finanzierten."
Lediglich 80.000 Wohnungen sollen im Bestand entstehen –
also dort, wo schon Gebäude und Infrastruktur vorhanden sind und nur
noch hergerichtet werden müssen. Kein Wort darüber, dass allein im
Ruhrgebiet laut Zensus 325.000 Wohnungen leer stehen.
Keine noch so leise Kritik auch an der Baupolitik in Städten
wie Duisburg, wo noch immer Altbauten blockweise abgerissen werden, um
Platz für Straßenbegleitgrün zu schaffen. Und die Neubaueuphorie des
Ministers hat einen einfachen Grund: Groschek kommt selbst aus der
Immobilienbranche. Und die Instandsetzung bestehender Gebäude ist für
dieses Gewerbe wenig lukrativ."
Schreibt Dankwart Guratzsch heute in der "Welt".
Währenddessen geht die Abrisspolitik in Duisburg mit Unterstützung des Bauministeriums NRW fröhlich weiter, nun ist Duisburg Laar an der Reihe, über dessen Dächern ein neues Drahtwalzwerk des Konzerns Arcelor Mittal entsteht.
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Abriss der in der Friedrich-Ebert-Straße in Laar am 07.12.2015 |
Mittwoch, 4. März 2015
Das zerrissene Herz - Die andere Einladung zu einer Diskussion über Städtebau in Duisburg am 20.03.2015
Die Duisburger Akzente, veranstaltet von der Duisburger Marketingesellschaft, haben dieses Jahr die "Heimat" zum Thema. Und als wäre das nicht schon unverschämt genug, setzt diese Veranstaltung dem ganzen die Krone auf:
"Verlorengegangene Heimat -Verweigerte Heimat"
Minister Groschek und zwei Duisburger Dezernenten, von denen zumindest zwei (Groschek und Tum) an der Zerstörung Bruckhausens verantwortlich beteiligt waren/ sind, machen Eiapopeia zum Thema Heimat.
Wir wollen das nicht unwidersprochen lassen, zudem die Podiumsdiskussion der hohen Herren im WDR gesendet werden soll, die Diskussion mit den Bürgern aber selbstverständlich nicht. Deshalb hier der Aufruf an alle interessierten Bürger und Bürgerinitiativen: Diskutieren wir an dieser Stelle doch einmal den Umgang der Stadt und des Landes mit den Wünschen und berechtigten Forderungen der Bürger und zeigen wir deutlich unseren Unmut. Denn mit der Errichtung der Betonmauer in Bruckhausen ist die Entrechtung der Bevölkerung noch lange nicht beendet. In Bruckhausen wird wieder abgerissen werden, in Laar soll es weitergehen, der Zinkhüttenplatz ist immernoch in Gefahr und auch am Bahnhofsvorplatz werden die Wünsche der Bürger komplett ignoriert, Stichwort Platanen.
Sonntag, 8. Februar 2015
Häuserkampf
Kriminalhörspiel
von Ulrich Land
für
Deutschlandradio Kultur
Dramaturgie:
Torsten Enders
Regie: Sven
Stricker
Ursendung: 23.
Februar 2015, 21:3o Uhr
Einladung
zum Hinhören
Ein
Hörspiel mit real existierendem Hintergrund: Im traditionell "armen"
Nordwesten des Ruhrgebiets, in Duisburg-Bruckhausen wurden 2013/14
circa 170 gründerzeitliche, zum Teil denkmalgeschützte Wohnhäuser
in Schutt und Asche gelegt. Etwa 1500 Personen mussten ihre
Wohnungen bzw. Häuser verlassen. Vor allem Migranten,
alteingesessene Bruckhauser, Hartz-IV-Empfänger. Bis auf den
heutigen Tag harren einige Bürger mitten in ihrem Viertel aus,
während um sie herum die Planierraupen ihr Handwerk verrichten.
Hinter dem beamtendeutsch-euphemistisch "Rückbau"
genannten Projekt steckt ein skandalöser Deal zwischen ThyssenKrupp
Steel und der Stadt Duisburg, die finanziell seit Jahren mit dem
Rücken an der Wand steht. Der Stahlkonzern – seines Zeichens
größter Arbeitgeber in Duisburg – spendete der Stadt 35 Millionen
€. Unter der Maßgabe, dass man mit diesen Geldern das so genannte
"Problemviertel" Bruckhausen direkt vor der Werksmauer
durch eine Grünanlange ersetze. Für ThyssenKrupp zwei Fliegen mit
einer Klappe: Zum einen lässt sich so die Werkszufahrt beträchtlich
aufhübschen, da man ohnedies das Image des schmutzigen Stahlkonzerns
im abgewrackten Ruhrpott loswerden möchte. Und zum anderen kann man
so dem inzwischen gesetzlich vorgeschriebenen Abstand zwischen
Schwerindustrie und Wohngebieten wenigstens ansatzweise näher
kommen. In Bruckhausen also wurde im Interesse eines Großkonzerns
und einer notorisch klammen Kommune die "Entmietung" von
Hunderten von Wohnungen betrieben, anderthalbtausend Einzelschicksale
standen zur Disposition.
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Was man
für eine Posse aus dem Bilderbuch des Meltingpots Duisburg zwischen
Hochöfen, Abrissbirnen und stadtplanerischer Hilflosigkeit halten
könnte, ist doch bittere Realität! Und so sind auch die Personen
dieses Hörspiels durchaus nicht frei erfunden – wenn auch mit
fiktiven Namen ausstaffiert. Die hochbetagte "Frau Hoffmann"
etwa hat nach ihrer Umsiedlung noch wochenlang in ihrer leergeräumten
Wohnung gehaust, die sie nicht im Stich lassen wollte und konnte. Von
den letzten noch verbliebenen türkischen Nachbarn wurde sie mit
warmem Essen versorgt, nachdem das Entrümplungskommando die Möbel
unten auf dem Bürgersteig aufgetürmt hatte.
Der
Abriss Bruckhausens: Ein Verbrechen an den Ruhrpott-Leuten, das nur
so nach einem Verbrechen schreit! Zumal dann, wenn es exakt vor der
Kulisse stattfindet, wo etliche Schimanski-Streifen gedreht wurden.
Nicht nur der alte Hochofen ist jetzt verschwunden, sondern auch die
Wohnstraßen davor und die Menschen, die sie bevölkerten! Insofern
setzt dieses Krimihörspiel Bruckhausen und seinen Bewohnern ein
Denkmal.
Dienstag, 20. Januar 2015
Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errrichten...
...ist in Bruckhausen in den letzten Monaten zum geflügelten Wort geworden.
Natürlich wird niemand eingesperrt und es gibt auch keine
Selbstschussanlagen, aber die Sichtschutzmauer für vorbeifahrende
ThyssenKruppmanager weckt rein ästhetisch doch Assoziationen... Auch
Ausdrücke wie "Ecke Dieselstraße" bekommen eine völlig neue Bedeutung.
Die Herren sollten in ihren flotten Limousinen lieber nicht zu lang
verweilen, gaaaanz schlechtes Feng-Shui... Das Mauermonster toppt die
Geschmacklosigkeit aber noch mit eingefräßten Bruckhausenmotiven... Man
kann nur froh sein, dass sie schlecht zu erkennen sind, müsten sie sonst
doch ständig Tränenströme und Brechreiz auslösen, da sie gerade die alten Ansichten zeigen, die für das Betondings mutwillig zerstört worden sind.
Herr Groschek hat vor einigen Wochen verlauten lassen, er spüre, dass der "Grüngürtel" von der Bevölkerung angenommen würde. Wir wären ja froh, wenn wir sicher sein könnten, dass er noch etwas spürt, aber in diesem Fall muss man eindeutig von Wahrnehmungsstörungen sprechen.
Herr Groschek hat vor einigen Wochen verlauten lassen, er spüre, dass der "Grüngürtel" von der Bevölkerung angenommen würde. Wir wären ja froh, wenn wir sicher sein könnten, dass er noch etwas spürt, aber in diesem Fall muss man eindeutig von Wahrnehmungsstörungen sprechen.
Dienstag, 2. Dezember 2014
Planierung Duisburg-Bruckhausen, Sommer 2014
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